Sterbebegleitung und Euthanasie 

Natürlich gehört auch die Begleitung der Tiere über die Regenbogenbrücke zu meinem Aufgabenbereich als Tierarzt.

Die meisten Tierliebhaber müssen sich irgendwann von Ihrem geliebten Lebenswegbegleiter verabschieden aufgrund der im Vergleich zum Menschen kürzeren Lebenserwartung der Tiere. Diese liebevollen Wesen mit ihren tollen Qualitäten wachsen ihren Menschen über die Zeit sehr ans Herz und nehmen im täglichen Miteinander einen entsprechend hohen Stellenwert ein. Manche Tierhalter bringen auch unangenehme Vorerfahrungen oder gar traumatische Erlebnisse mit und haben Angst, sich diesem Thema erneut zu stellen.

Mir ist bewusst, dass es sich hier um ein sehr vielschichtiges und emotionales Thema handelt, welches alle Tierfreunde gleichermaßen fordert, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Trotz der damit verbundenen tiefen Gefühlsebene benötigt aber auch die Sachebene ihren Raum. Nachfolgend beantworte ich die in meiner Praxis am häufigsten gestellten Fragen, um Ihnen im Voraus einen Einblick zu geben und den irgendwann in der Zukunft anstehenden Weg so leicht wie möglich zu machen.

Selbstverständlich stehe ich Ihnen auch an diesem Lebensabschnitt mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Seite. Wenn offensichtlich ist, dass der Zeitpunkt des Abschieds naht, leite ich mit Ihrem Einverständnis die Sterbebegleitung ein.

Geburt, Leben und Tod sind natürliche Prozesse und in meiner Praxis gehen wir damit auch entsprechend um. Sterben verläuft meist in Abschnitten mit Schwankungen des Allgemeinzustandes und braucht wie alles im Leben seine Zeit. Hier sind also in der Regel keine „Schnellschüsse“ in Form von Euthanasie angezeigt, sondern viel Feinfühligkeit für die Sterbephase, die der geliebte Tierpatient gerade zeigt in Verbindung mit der Aufklärung der Angehörigen. Die Tiere gehen sehr vorbildlich mit dem Sterben um und viele unserer Kunden profitieren letztendlich von dieser Erfahrung. Unter einer sorgfältigen und bewussten Sterbebegleitung ist die Euthanasie nur in seltenen Fällen nötig. Dies empfinden die Tierhalter in der Regel als besonders angenehm, da jedem Menschen die Entscheidung für eine Euthanasie extrem schwer fällt. Kunden, die in der Vergangenheit ein Tier einschläfern lassen mussten, haben oft noch nach Jahren Gewissenskonflikte, ob dieser Schritt richtig war. Deshalb ist gerade hier von allen Beteiligten sehr viel Achtsamkeit und auch Langsamkeit angezeigt. Mit symptomlindernden Medikamenten – wie z.B. Schmerzmitteln - und begleitenden Mitteln aus der Aromaküche, der Homöopathie, den Bachblüten, etc. können wir in jeder Phase des Sterbens fast immer gezielt helfen, um einen sanften Übergang über die Regenbogenbrücke zu ermöglichen.

Ob und wann eine Euthanasie unumgänglich ist, werde ich Ihnen immer ehrlich und nach bestem Fachwissen und Gewissen mitteilen.

Wir erarbeiten dann mit Ihnen und Ihrem Tier zusammen mit viel Geduld den „richtigen“ Zeitpunkt. Notfälle natürlich ausgenommen. Symptome wie z.B. unstillbares Erbrechen, unstillbare Schmerzen und heftigste Atemnot sind Indikatoren für eine zügige Euthanasie.

Ist der Zeitpunkt gekommen, bekommt der Tierpatient mittels venösem Zugang zunächst eine sehr tiefe Narkose. Ist dieser Zustand eingetreten wird mittels einer zweiten Injektion die Narkose mit Narcoren so vertieft, dass unmittelbar darauf die Vitalzeichen ganz sanft erlöschen.

Sie können bei uns von Ihrem Tier in aller Ruhe Abschied nehmen. Dafür stellen wir Ihnen sowohl die Zeit als auch den Raum zur Verfügung. Der Tod eines geliebten Wesens leitet immer auch das Ende eines Lebensabschnittes ein. Wenn es gelingt, diese Erfahrung als zum Leben gehörig zu betrachten, kann jeder Beteiligte gestärkt aus dem Prozess hervorgehen. Der Tod ist dann nicht das Ende, sondern gleichzeitig die Geburt einer weiteren Lebensphase, die neue Chancen enthält und dem Leben wieder eine neue Richtung und einen neuen Sinn gibt.

Sollten Sie einen Hausbesuch wünschen, werde ich dies in Absprache mit Ihnen möglich machen. Wenn ich vor Ort feststelle, dass eine Euthanasie unumgänglich ist, werde ich Ihr Tier selbstverständlich auch bei Ihnen zu Hause erlösen.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass der Zeitpunkt für die Entscheidung zur Euthanasie in erster Linie vom Zustand des Tieres abhängt. Deshalb ist wie auch bei einer Geburt die Euthanasie nicht mittels einer genauen Terminabsprache möglich. Hier benötigen wir Raum für individuelle Entscheidungen.

Das weitere Vorgehen besprechen wir dann mit Ihnen persönlich und richten uns dabei ganz nach Ihren individuellen Wünschen. Sollten Sie z.B. die Bestattung auf einem Tierfriedhof wünschen, helfen wir Ihnen selbstverständlich auch hier weiter.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Ausführungen helfen konnte, diesem besonderen Thema seinen Platz zu geben und Sie liebe Tierfreunde bestärken konnte, diesen Weg im Vertrauen zu gehen, wenn es irgendwann einmal so weit ist.

Im Einzelfall sind sicher noch individuelle Fragen offen. Diese beantworten wir Ihnen gerne bei einem Beratungstermin im Detail.

 

 

 

 

 

 

 

 

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