Viele Krankheiten werden auch durch das Umfeld ausgelöst

Es ist eine Tatsache, dass viele Krankheiten bei Hund, Katze, Heimtiere, Ziervögel und Reptilien durch uns Menschen verusacht werden. Würden die Tiere in einer gesunden, ihrem Naturell entsprechenden Umwelt leben können und sich selbst überlassen bleiben, wären sie mit Sicherheit nicht so viel krank.
Sehr klar wird das beispielsweise in der Ziervogelhaltung. Wie groß ist der Unterschied zwischen dem natürlichen Lebensraum eines Ziervogels und seinem Zuhause in einer Wohnung. Legen Sie sich mal an einem schönen Tag unter einen Baum und richten Ihre Augen und Ohren auf das, was in der Baumkrone so abläuft. Die Sonnenstrahlung, die Luftigkeit der Blätter und des Gezweiges, die Bewegungen der Äste, die Farbenvielfalt, das Gezwitscher voller Lebhaftigkeit , die völlige Barrierefreiheit etc. - so lebt ein Ziervogel in seinem natürlichen Biotop.
In menschlicher Obhut halten wir meist ein Pärchen in einem relativ kleinen Käfig. Meist dürfen sie zwar frei fliegen und wir bemühen uns auch sonst sehr, die Umweltbedingungen an die Natur anzugleichen. Trotzdem reichen wir damit nie an die natürlichen Bedingungen heran. Dies trifft so auch auf die Heimtier- und Hunde- und Katzenhaltung zu.


Menschliche Verhaltensweisen werden übertragen
Viele Menschen wissen einfach zu wenig über das natürliche Verhalten ihrer Tiere. Vieles wird dabei  von den menschlichen Verhaltensweisen auf das Tier übertragen. So können beispielsweise Konflikte innerhalb der Familie auch den Hund bzw. die Katze belasten. Die Folge davon können Protestreaktionen ( Unsauberkeit, Agressivität, Lustlosigkeit, Inappetenz etc. ) sein. Die Haltungsbedingungen ( beispielsweise kein Freigang, Laute Umwelt, Smogatmosphäre etc. ) belasten die Tiere ebenfalls.

Bei uns Menschen ist es eine Tatsache, dass die  Sehnsucht nach einem Haustier umso größer ist, je urbanisierter die Umwelt ist. So kann man feststellen, dass in Hochhäusern die meisten Heimtiere gehalten werden. Um diese Missstände einigermaßen auszugleichen, sollten wir Menschen bemüht sein, die uns anvertrauten Tiere so zu behandeln wie es ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht.

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Tiere können unglaubliche Fähigkeiten entwickeln
Tiere entwickeln dann oft unglaubliche Fähigkeiten. So kann es vorkommen, dass beispielsweise Katzen, die im zehnten Stockwerk eines Hochhauses gehalten werden, an die Wohnungstüre gehen um ein Familienmitglied zu erwarten. Sie spüren die Ankunft oftmals schon vorher. Tiere wachsen so über sich selbst hinaus und sind dann fähig, Menschen und deren Probleme mit erstaunlicher Schärfe und durchdringender Klugheit zu erkennen. Wer kennt nicht den Hund oder die Katze, die zu einem kranken Familienmitglied kommt und sich genau auf die Stelle legt, an denen der Mensch Schmerzen hat?


Tiere reagieren oft mit Verhaltensstörungen
Wird den Tieren diese Achtsamkeit nicht gegeben, so reagieren sie oft mit Verhaltensstörungen. Die in die Wohnung pinkelnde Katze, der jaulende Hund usw. sind Probleme, mit denen ich als Tierarzt immer öfter konfrontiert werde. Die Besitzer erhoffen eine Behandlung des Tieres, damit diese Probleme verschwinden. Es gehört viel Einfühlsamkeit dazu, ihnen zu erklären, dass das Tier nicht die Ursache ist, sondern vom Menschen selbst ausgeht. Für die Tiere wird meist leicht eine Besserung möglich, wenn die Ursachen abgestellt werden. Zur Unterstützung kann mittels  Aromatherapie bzw. Bach-Blütentherapie zu einer nachhaltigen Verbesserung beigetragen werden.

Ein anderes Problem sind die immer stärker auftretenden Aggressionen von Tieren. Die Ursache liegt jedoch meist nicht bei ihnen. Durch selektive Züchtungsmaßnahmen, durch falsche Erziehung ohne sachkundige Anleitung usw., wird dies ausgelöst. Denken Sie nur an die ganze Diskussion über Kampfhunde. Es gibt von Natur aus keine Kampfhunde. Der Mensch hat diese Tiere dazu gemacht. Ich begrüße es deshalb, dass  neue Hundehalter ein Sachkundenachweis ablegen müssen. Die Prüfungsvorbereitung dient in erster Linie dazu, den Sachkenntnisstand bezüglich der Haustierhaltung und die Anforderungen an die Betreuung von Hunden zu verbessern.


Auswirkungen von Umweltveränderungen
Durch die Veränderung in einer Industriegesellschaft wird die Umwelt stark verändert. Dies wirkt sich auf Haustiere im besonderen Maß aus. Beispielsweise konnte früher eine Maus als Vollwertkost für eine Katze angesehen werden. Wenn die Katze unseres Beispiels Glück hat, bekommt die Maus ihr so wie früher. Ist sie jedoch bereits durch Umweltgifte selbst krank, wird dies auf die Katze übertragen. Oft werden in Städten auch Gifte zur Schädlingsbekämpfung ausgelegt. Selbst das Wasser in Flüssen und anderen Gewässern ist mit Giften verunreinigt. Desinfektionsmittel, Chemikalien aus der Düngung und Industriegifte sind immer wieder in Wasser gelöst (Siehe Gesundheitssäule: Trinken).
Durch diese Änderung der Umwelt kam es in den letzten Jahren verstärkt zur massenhaften Vermehrung von Flöhen, Läusen, Zecken und Würmer. Die Haustiere werden dadurch von Jahr zu Jahr mehr belastet. Vor allem sind hier die Zecken herauszuheben. Zeckenbisse und die daraus entstehenden Verletzungen und die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten ( z.B. Boreliose, Gehirnhautentzündung ) haben zugenommen.
Ein anderes Problem ergibt sich daraus, dass die Parasiten durch Anpassung an die Umwelt teilweise widerstandsfähiger geworden sind. Die zum Einsatz kommenden Antiparasitika sind deshalb in ihrer Wirkung oft nicht ausreichend. Dieses Problem der Resistenzbildung ist beim Menschen leider hinlänglich bekannt. Denken Sie an die Problematik, dass viele Antibiotika nicht mehr gründlich genug wirken. Dies liegt teilweise an der o.g. Problematik, andererseits aber auch an der stärkeren Anfälligkeit der Menschen und der Tiere. Die Abwehrkräfte sind durch die Umwelt immens schwächer geworden.


Schlussbemerkung
Abschließend sei auch in dieser Gesundheitssäule darauf hingewiesen, dass hier nur ein kleiner Einblick in die gesamte Problematik erbracht werden kann. Falls dringende spezielle Fragen nicht beantwortet wurden, rufen Sie mich an oder schicken ein E-mail. Ich helfe Ihnen gerne weiter. Zusätzlich biete ich auch an, im Rahmen meiner Seminartätigkeit ein spezielles Kapitel Ihrer Wahl genauer darzustellen und dies auch mit Ihnen zu diskutieren. Dazu wäre eine Gruppe von ca. 10 Personen ideal.

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